Werbung Rund 3,5 Milliarden US-Dollar an gehebelten Krypto-Positionen wurden im Zuge der Bewegung liquidiert. Marktbeobachter ordnen das Ereignis als eines der größten Liquidationsereignisse der Krypto-Geschichte ein. Rund 92 % der ersten großen Liquidationswelle entfielen auf Short-Positionen. Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes legte innerhalb von 24 Stunden zeitweise um rund 280 Milliarden US-Dollar zu. Bitcoin durchbrach zunächst 70.000 und 72.000 US-Dollar und setzte die Rally am Freitag über 75.000 US-Dollar fort. Aktuelle Kursquellen zeigen Bitcoin am 21. August zeitweise im Bereich von 77.000 US-Dollar. Neben dem Short Squeeze stützten höhere Liquiditätserwartungen, regulatorische Entwicklungen in den USA und starke ETF-Zuflüsse die Bewegung. Einer der größten Short Squeezes der Krypto-Geschichte Was sich innerhalb weniger Stunden am Kryptomarkt abgespielt hat, gehört zu den außergewöhnlichsten Bewegungen der vergangenen Jahre. Bitcoin kämpfte zu Beginn der Rally noch mit Kursen um 64.000 bis 65.000 US-Dollar. Wenig später fiel die Marke von 70.000 Dollar. Anschließend durchbrach BTC 72.000 Dollar und setzte die Bewegung am Freitag weiter fort. Am 21. August erreichte Bitcoin je nach Handelsplatz zeitweise Kurse von mehr als 77.000 US-Dollar. Aktuelle Marktdaten zeigen damit einen massiven Abstand zu den Kursen, auf denen die Bewegung nur rund zwei Tage zuvor begonnen hatte. Der entscheidende Beschleuniger war dabei nicht nur klassische Kaufnachfrage. Es war ein Short Squeeze. Trader hatten in großem Umfang mit Hebel auf weiter fallende oder stagnierende Kurse gesetzt. Als Bitcoin plötzlich nach oben ausbrach, erreichten immer mehr dieser Positionen ihre Liquidationsgrenzen. Die Börsen schlossen die Positionen automatisch. Und bei einer Short-Position bedeutet das: Der Marktteilnehmer muss faktisch zurückkaufen. Steigt der Kurs schnell genug, entsteht dadurch ein selbstverstärkender Kreislauf: Bitcoin steigt → Shorts werden liquidiert → Positionen müssen geschlossen werden → zusätzlicher Kaufdruck entsteht → Bitcoin steigt weiter → weitere Shorts werden liquidiert. Genau dieser Mechanismus war in den vergangenen 48 Stunden zu beobachten. BREAKING: Crypto markets officially post their 7th largest liquidation event in history, with $3.5 billion in levered positions liquidated in 24 hours. In 24 hours, crypto markets added +$280 billion in market cap.That's +$12 billion in market cap per hour for 24 hours… pic.twitter.com/zpEsLeRhp9— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) August 20, 2026 3,5 Milliarden Dollar liquidiert Das Ausmaß ist enorm. Während der ersten Phase wurden laut CoinDesk innerhalb von 24 Stunden knapp 3 Milliarden US-Dollar an gehebelten Positionen liquidiert. Mehr als 172.000 Trader waren betroffen. Rund 92 Prozent des liquidierten Volumens entfielen dabei auf Short-Positionen. Mit der Fortsetzung der Rally stieg die Summe weiter. Marktdaten und Berichte beziffern die Liquidationen im Zuge der Bewegung schließlich auf rund 3,5 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig gewann der gesamte Kryptomarkt innerhalb von 24 Stunden ungefähr 280 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung hinzu. Rechnerisch entspricht das durchschnittlich knapp 11,7 Milliarden US-Dollar zusätzlicher Marktkapitalisierung pro Stunde. Das bedeutet allerdings ausdrücklich nicht, dass tatsächlich jede Stunde 11,7 Milliarden Dollar frisches Kapital in Kryptowährungen geflossen sind. Marktkapitalisierung und tatsächliche Kapitalzuflüsse sind zwei unterschiedliche Größen. Die Zahl verdeutlicht dennoch die Geschwindigkeit der Neubewertung. Ist es wirklich das siebtgrößte Liquidationsereignis der Geschichte? Diese Behauptung verbreitet sich aktuell stark. The Kobeissi Letter bezeichnet die Bewegung als das siebtgrößte Liquidationsereignis der Krypto-Geschichte und beziffert das Volumen ebenfalls auf 3,5 Milliarden US-Dollar. Die historische Einordnung sollte allerdings mit etwas Vorsicht betrachtet werden. Liquidationsdaten unterscheiden sich je nach Datenanbieter, erfassten Börsen und Berechnungsmethode. Zudem existiert kein vollständig einheitlicher Datensatz über sämtliche zentralisierten und dezentralisierten Kryptobörsen seit Beginn des Marktes. Dass es sich um eine außergewöhnlich große Liquidationswelle handelt, ist dagegen gut belegt. Zum Vergleich: Beim historischen Crash im Oktober 2025 wurden Schätzungen zufolge rund 19 bis 20 Milliarden US-Dollar an gehebelten Positionen vernichtet. Dieses Ereignis bleibt damit in einer völlig anderen Größenordnung. WerbungWarum ist Bitcoin überhaupt so stark gestiegen? Der Short Squeeze erklärt, warum die Bewegung derart explosiv wurde. Er erklärt aber nicht vollständig, warum sie überhaupt begann. Einer der wichtigsten Auslöser kam ausgerechnet aus dem traditionellen Finanzsystem. Das US-Finanzministerium kündigte an, seine Rückkäufe länger laufender Staatsanleihen zu verdoppeln. Hintergrund waren erhebliche Spannungen am US-Anleihemarkt und stark gestiegene Renditen. Anleger interpretierten den Schritt als Unterstützung für die Marktliquidität. Bitcoin reagierte unmittelbar. Reuters berichtete, dass BTC zunächst um rund 3,5 Prozent zulegte und erstmals seit Juni wieder die Marke von 70.000 US-Dollar überschritt. Auch Aktien aus dem Kryptosektor zogen deutlich an. Damit war der erste Dominostein gefallen. Die 70.000-Dollar-Marke löste die nächste Welle aus Anschließend übernahm der Derivatemarkt. Bitcoin durchbrach wichtige technische Marken und bewegte sich über seinen 200-Tage-Durchschnitt im Bereich von rund 69.000 US-Dollar. Für Shortseller wurde die Situation zunehmend problematisch. Bereits während der ersten explosiven Bewegung wurden innerhalb von nur einer Stunde mehr als eine Milliarde US-Dollar an Short-Positionen liquidiert. Als Bitcoin anschließend 70.000 und 72.000 Dollar durchbrach, beschleunigte sich der Prozess weiter. Die ursprüngliche Rally wurde damit durch erzwungene Käufe verstärkt. Das ist ein wichtiger Unterschied. Der Kurs stieg nicht ausschließlich, weil Anleger plötzlich Milliarden Dollar Bitcoin kaufen wollten. Ein erheblicher Teil der Bewegung entstand dadurch, dass zuvor aufgebaute Short-Positionen aus dem Markt gedrängt wurden. Gleichzeitig kehren institutionelle Käufer zurück Der Anstieg lässt sich trotzdem nicht ausschließlich auf gehebelte Trader reduzieren. Parallel dazu zeigen sich wieder stärkere institutionelle Kapitalflüsse. Die US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 20. August laut aktuellen Marktdaten rund 606 Millionen US-Dollar Nettozuflüsse. Damit handelte es sich um den stärksten Handelstag seit Anfang Mai. Ether-ETFs kamen zusätzlich auf rund 221 Millionen Dollar. Bereits zuvor wurden für die Bitcoin-ETFs Zuflüsse von mehr als 500 Millionen Dollar an einem einzelnen Handelstag gemeldet. Das verändert die Interpretation der Rally. Derivate haben die Geschwindigkeit massiv erhöht. Gleichzeitig gibt es aber Hinweise darauf, dass auch am Spotmarkt wieder größere Käufer auftreten. Washington liefert einen zweiten Katalysator Hinzu kommt die politische Entwicklung in den USA. Präsident Donald Trump hat den Kongress erneut dazu aufgefordert, den CLARITY Act voranzubringen und einen umfassenden regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen. Die Aussicht auf klarere Regeln wird am Markt positiv bewertet, insbesondere weil regulatorische Unsicherheit jahrelang eines der größten Hindernisse für Banken, Vermögensverwalter und andere institutionelle Marktteilnehmer war. Damit treffen derzeit mehrere Faktoren gleichzeitig aufeinander: Mehr Liquiditätserwartungen an den traditionellen Märkten, regulatorischer Rückenwind aus Washington, institutionelle ETF-Zuflüsse und ein massiv überhebelter Derivatemarkt. Der Short Squeeze war letztlich der Beschleuniger dieser Kombination. Bitcoin setzt die Rally über 75.000 Dollar fort Besonders bemerkenswert ist, dass die Bewegung nach der ersten Liquidationswelle nicht sofort zusammengebrochen ist. Am Freitag setzte Bitcoin seinen Anstieg im asiatischen und europäischen Handel fort. Mehrere aktuelle Kursquellen meldeten Kurse oberhalb von 75.000 Dollar. Intraday wurden je nach Handelsplatz sogar Werte von mehr als 77.000 Dollar erreicht. Damit hat Bitcoin innerhalb kürzester Zeit mehrere wichtige Kursmarken zurückerobert. Von rund 64.000 Dollar vor Beginn der Bewegung bis zeitweise über 77.000 Dollar entspricht das einem Anstieg von ungefähr 20 Prozent. Für Bitcoin ist eine solche Bewegung innerhalb weniger Tage außergewöhnlich. Die entscheidende Frage kommt erst jetzt Die Liquidationswelle hat einen erheblichen Teil der Short-Positionierung aus dem Markt gespült. Das ist kurzfristig positiv für den Kurs, bedeutet aber gleichzeitig, dass ein wichtiger mechanischer Käufer der vergangenen Stunden irgendwann verschwindet. Denn Shorts können nur einmal liquidiert werden. Für die nächste Phase wird deshalb entscheidend sein, ob echte Spotnachfrage den Platz der erzwungenen Käufe übernimmt. Genau deshalb sind die ETF-Zuflüsse derzeit so wichtig. Sollten institutionelle Anleger weiterhin mehrere hundert Millionen Dollar pro Tag in Bitcoin-Produkte investieren, könnte die Rally eine fundamentalere Grundlage bekommen. Brechen diese Zuflüsse dagegen ein, während gleichzeitig neue gehebelte Long-Positionen aufgebaut werden, kann sich die Marktstruktur sehr schnell wieder verändern. Fazit: Aus einer Rally wurde eine Liquidationskaskade Der Kryptomarkt hat innerhalb weniger Tage eindrucksvoll gezeigt, welchen Einfluss Hebel auf beide Seiten des Marktes haben kann. Zunächst sorgten steigende Liquiditätserwartungen, politische Entwicklungen in Washington und zunehmende institutionelle Nachfrage für den Ausbruch. Dann übernahm der Derivatemarkt. Milliarden Dollar an Short-Positionen wurden liquidiert. Der dadurch ausgelöste Kaufdruck trieb Bitcoin durch mehrere Widerstände und ließ die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptomarktes binnen 24 Stunden um rund 280 Milliarden Dollar steigen. Jetzt beginnt allerdings der wichtigere Teil. Der Short Squeeze kann eine Rally starten und beschleunigen. Ob daraus ein nachhaltiger Trend entsteht, entscheidet anschließend der echte Kapitalfluss. Und genau deshalb dürften in den kommenden Tagen vor allem drei Dinge entscheidend sein: die Bitcoin-ETF-Zuflüsse, die Entwicklung der US-Anleiherenditen und die Frage, ob Bitcoin die zurückeroberten Kursmarken oberhalb von 70.000 Dollar verteidigen kann. Quelle: (1) The Kobeissi Letter on X: „BREAKING: Crypto markets officially post their 7th largest liquidation event in history, with $3.5 billion in levered positions liquidated in 24 hours. In 24 hours, crypto markets added +$280 billion in market cap. That’s +$12 billion in market cap per hour for 24 hours https://t.co/zpEsLeRhp9“ / X Teilen mit: Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook Gefällt mir:Gefällt mir Wird geladen … Ähnliche Beiträge Beitragsnavigation Ripple, Coinbase und Wall Street beim Krypto-Treffen im Weißen Haus Bitcoin, XRP und Co. explodieren: Ist das die Trendwende oder droht jetzt die Korrektur?