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Highlights

  • Bitcoin hat sich von seinen jüngsten Tiefständen deutlich erholt und handelt wieder nahe 78.000 US-Dollar.
  • Der Wochen-RSI liegt laut dem gezeigten Chart aktuell bei rund 57 Punkten.
  • Seit Anfang 2024 sind die Hochpunkte des RSI tendenziell gefallen.
  • Mehrere Erholungsversuche scheiterten bislang an derselben abwärts gerichteten RSI-Trendlinie.
  • Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde dieses technische Warnsignal klar entkräften.
  • Wichtig: Der RSI allein definiert keinen Bärenmarkt – er zeigt vor allem, dass das langfristige Momentum bislang schwächer bleibt als in früheren Rallyphasen.

Bitcoin steigt – doch das Momentum erzählt eine andere Geschichte

Auf den ersten Blick sieht die Lage am Bitcoin-Markt wieder deutlich freundlicher aus.

Nach dem heftigen Rückgang der vergangenen Monate hat sich die größte Kryptowährung erholt. Der Kurs sprang zuletzt wieder in Richtung 80.000 US-Dollar und hat sich damit spürbar von den Tiefständen gelöst.

Wer allerdings nicht nur auf den Preis, sondern auf das Momentum hinter der Bewegung schaut, bekommt ein anderes Bild.

Der Relative Strength Index, kurz RSI, liefert auf Wochenbasis ein Signal, das derzeit unter technischen Analysten für Diskussionen sorgt.

Der auf dem vorliegenden Chart dargestellte 14-Wochen-RSI liegt bei rund 57. Das ist weder überverkauft noch überkauft und für sich genommen zunächst vollkommen unspektakulär.

Entscheidend ist etwas anderes:

Seit Anfang 2024 bildet der RSI immer niedrigere Hochpunkte.

Genau daraus ergibt sich eine langfristige fallende Widerstandslinie – und an dieser ist Bitcoin beziehungsweise sein Momentum bislang mehrfach gescheitert.

Vier Versuche – viermal kein nachhaltiger Ausbruch

Der Chart macht das Muster ungewöhnlich deutlich.

Während Bitcoin selbst zwischenzeitlich neue Hochs erreichte, gelang es dem RSI nicht, seine früheren Spitzen zu bestätigen.

Anfang 2024 erreichte der Wochen-RSI noch deutlich über 80 Punkte. Bei späteren Kursanstiegen fiel das jeweilige Momentum-Hoch bereits niedriger aus.

Dasselbe Muster wiederholte sich.

Die Folge ist eine sogenannte bearishe Divergenz beziehungsweise eine strukturelle Abschwächung des Momentums: Der Bitcoin-Preis konnte über längere Phasen neue oder vergleichbare Hochs erreichen, während die Stärke der Bewegung im RSI abnahm.

Das ist für technische Analysten relevant.

Denn starke Bullenmärkte zeichnen sich normalerweise nicht nur durch steigende Preise aus. Sie werden häufig von entsprechend starkem Momentum begleitet.

Genau dieses Momentum fehlt bislang.

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Befindet sich Bitcoin deshalb noch im Bärenmarkt?

Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.

Die Aussage „Bitcoin befindet sich laut RSI noch im Bärenmarkt“ ist eine Interpretation des Charts – keine universelle Definition eines Bärenmarktes.

Der RSI kennt technisch gesehen keinen eingebauten Schalter, der zwischen Bullen- und Bärenmarkt unterscheidet.

Auch ein RSI von 57 bedeutet nicht automatisch „Bärenmarkt“.

Interessant ist vielmehr die Marktstruktur des Indikators.

Solange der RSI unter der langfristigen Abwärtstrendlinie bleibt und weiterhin niedrigere Hochpunkte produziert, fehlt aus dieser Perspektive die Bestätigung eines neuen langfristigen Momentum-Trends.

Und genau deshalb ist die aktuelle Situation so spannend.

Bitcoin steht offenbar unmittelbar vor einem erneuten Test dieser Zone.

Die nächste Bewegung könnte entscheidend werden

Der RSI nähert sich aktuell wieder der fallenden Trendlinie.

Damit könnte der Markt vor einer wichtigen technischen Entscheidung stehen.

Szenario 1: Der RSI wird erneut abgewiesen.

Dann würde sich das seit 2024 bestehende Muster fortsetzen. Ein weiteres niedrigeres Hoch wäre ein Warnsignal dafür, dass die aktuelle Bitcoin-Erholung möglicherweise noch nicht die Rückkehr eines nachhaltigen Bullenmarktes darstellt.

Eine erneute Korrektur wäre dann zumindest technisch nicht überraschend.

Szenario 2: Der RSI bricht nachhaltig aus.

Das wäre deutlich interessanter.

Bitcoin würde damit eine Momentum-Struktur durchbrechen, die den Markt seit mehr als zwei Jahren begleitet.

Genau ein solcher Ausbruch könnte ein erstes technisches Signal dafür liefern, dass sich die übergeordnete Marktstruktur verändert.

Das Interessante: Der Kurs muss dafür nicht sofort explodieren

Das macht den RSI als Indikator gerade so wertvoll.

Er misst nicht einfach nur, ob Bitcoin steigt oder fällt, sondern die relative Stärke der Kursbewegungen.

Bitcoin kann deshalb deutlich steigen und trotzdem eine schwächere Momentum-Struktur besitzen.

Genau das scheint der Chart derzeit zu zeigen.

Die jüngste Bewegung zurück in Richtung 80.000 Dollar sieht auf dem normalen Bitcoin-Chart stark aus. Auf dem RSI-Chart steht die eigentliche Bestätigung jedoch noch aus.

Der Markt ist damit an einem interessanten Punkt angekommen:

Der Preis erholt sich – das langfristige Momentum muss diesen Trend erst noch bestätigen.

Gleichzeitig spricht nicht alles für einen Bärenmarkt

Ein einzelner technischer Indikator sollte allerdings niemals isoliert betrachtet werden.

Bitcoin hat zuletzt wieder deutlich Stärke gezeigt. Gleichzeitig haben sich verschiedene makroökonomische Rahmenbedingungen verbessert. Die globale Liquidität befindet sich auf hohen Niveaus, institutionelle Kapitalströme bleiben ein wichtiger Faktor und der regulatorische Rahmen in den USA entwickelt sich weiter.

Damit entsteht ein durchaus widersprüchliches Bild.

Makroökonomisch gibt es Argumente für eine weitere Erholung.

Kurzfristig hat sich die Kursstruktur verbessert.

Der langfristige RSI dagegen sagt:

Noch nicht so schnell.

Genau diese Divergenz macht die kommenden Wochen besonders interessant.

Die Marke, auf die jetzt kaum jemand schaut

Viele Anleger konzentrieren sich derzeit auf klassische Bitcoin-Preisniveaus.

80.000 Dollar.

90.000 Dollar.

100.000 Dollar.

Doch möglicherweise liegt eine der wichtigeren Marken momentan gar nicht im Bitcoin-Kurs.

Sie liegt im RSI.

Gelingt dem Wochen-RSI erstmals seit langer Zeit ein überzeugender Ausbruch über seine fallende Widerstandslinie, wäre eines der hartnäckigsten technischen Warnsignale des aktuellen Zyklus gebrochen.

Scheitert er dagegen erneut, würde sich genau das Muster fortsetzen, das seit Anfang 2024 zu beobachten ist.

Fazit: Bitcoin erholt sich – aber der entscheidende Beweis fehlt noch

Der Bitcoin-Kurs sieht derzeit wesentlich stärker aus als noch vor wenigen Wochen.

Doch der Wochen-RSI zeigt, warum Anleger die aktuelle Rally nicht vorschnell mit einem vollständig bestätigten neuen Bullenmarkt gleichsetzen sollten.

Seit 2024 verliert das Momentum an seinen jeweiligen Hochpunkten an Stärke. Mehrere Versuche, diese Struktur zu durchbrechen, scheiterten.

Jetzt nähert sich der RSI erneut genau dieser entscheidenden Zone.

Der nächste Test könnte deshalb wichtiger werden als die Frage, ob Bitcoin kurzfristig 80.000 oder 85.000 Dollar erreicht.

Bricht der RSI aus, könnte sich die technische Marktstruktur grundlegend verändern.

Wird er erneut abgewiesen, bleibt eine unangenehme Frage bestehen:

War die jüngste Rally wirklich der Beginn eines neuen Bullenmarktes – oder lediglich die nächste starke Erholung innerhalb eines übergeordnet weiterhin schwachen Trends?

Quelle: (4) Crypto Rover on X: „According to the RSI indicator. Bitcoin is STILL in a bear market. https://t.co/jtAREWV5S4“ / X