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Highlights

  • Die Bitvavo-Kontogarantie kann bei unbefugtem Zugriff auf das eigene Konto Verluste von bis zu 100.000 € erstatten.
  • Die Garantie ist keine klassische Einlagensicherung und keine Versicherung.
  • Sie greift nicht, wenn Nutzer Kryptowährungen selbst an Betrüger oder eine falsche Wallet senden.
  • Für die Berechtigung gelten Bedingungen, darunter Sicherheitsanforderungen wie 2FA.
  • Die meisten Kundenvermögen werden laut Bitvavo bei spezialisierten Verwahrern aufbewahrt.

Was steckt hinter der 100.000-Euro-Kontogarantie von Bitvavo?

Die sichere Verwahrung von Kryptowährungen gehört zu den wichtigsten Themen für jeden Anleger.

Spätestens seit Zusammenbrüchen großer Kryptobörsen, Hacks und immer professionelleren Phishing-Angriffen stellt sich die Frage:

Wie sicher sind meine Kryptowährungen eigentlich auf einer Börse?

Bitvavo verfolgt hierbei einen interessanten Ansatz. Zusätzlich zu seinen technischen Sicherheitsmaßnahmen bietet die europäische Kryptobörse eine sogenannte Bitvavo-Kontogarantie.

Sollte sich ein Dritter unbefugt Zugriff auf ein berechtigtes Bitvavo-Konto verschaffen und anschließend Vermögenswerte abheben, kann der betroffene Nutzer unter den Bedingungen des Garantieprogramms eine Erstattung von bis zu 100.000 € pro Vorfall erhalten.

Das ist allerdings kein pauschaler Schutz gegen jeden denkbaren Verlust.

Und genau dieser Unterschied ist wichtig.

Wann greift die Bitvavo-Kontogarantie?

Das Grundprinzip lässt sich relativ einfach erklären.

Stellt euch vor, ein Angreifer schafft es trotz der Sicherheitsmaßnahmen, sich ohne eure Erlaubnis Zugriff auf euer Bitvavo-Konto zu verschaffen.

Anschließend hebt dieser Angreifer eure Kryptowährungen ab und sendet sie an eine externe Wallet.

Genau für solche Fälle wurde die Kontogarantie entwickelt.

Bitvavo nennt beispielsweise auch einen SIM-Swap-Angriff als möglichen Fall, bei dem eine Erstattung infrage kommen kann.

Nach Prüfung des Falls kann Bitvavo berechtigten Nutzern den entstandenen Verlust bis zur Obergrenze von 100.000 € erstatten. Die Erstattung erfolgt dabei laut Nutzungsbedingungen in Euro und richtet sich nach dem Wert der abgehobenen digitalen Vermögenswerte zum Zeitpunkt der Abhebung.

Wichtig: Das ist keine 100.000-Euro-Einlagensicherung

Hier entsteht schnell ein Missverständnis.

Die Bitvavo-Kontogarantie sollte nicht mit der gesetzlichen Einlagensicherung eines klassischen Bankkontos verwechselt werden.

Bitvavo selbst stellt ausdrücklich klar, dass die Kontogarantie weder Bestandteil eines EU-Einlagensicherungssystems noch eine klassische Versicherung ist. Es handelt sich um ein freiwilliges Garantieprogramm von Bitvavo.

Die Aussage:

„Bei Bitvavo sind grundsätzlich alle Kryptowährungen bis 100.000 € versichert.“

wäre deshalb falsch.

Korrekt ist:

Unter bestimmten Voraussetzungen können berechtigte Nutzer bei Verlusten infolge eines unbefugten Kontozugriffs eine Erstattung von bis zu 100.000 € erhalten.

Was wird NICHT von der Garantie übernommen?

Dieser Punkt ist mindestens genauso wichtig.

Die Garantie schützt euch nicht automatisch davor, selbst auf einen Betrug hereinzufallen.

Wenn ihr beispielsweise einem vermeintlichen Investmentanbieter XRP oder Bitcoin sendet und später feststellt, dass es sich um einen Scam gehandelt hat, greift die Kontogarantie grundsätzlich nicht.

Gleiches gilt beispielsweise, wenn ihr:

  • Kryptowährungen an eine falsche Wallet-Adresse sendet,
  • selbst eine Transaktion an einen Betrüger autorisiert,
  • Coins kauft oder verkauft und anschließend einen finanziellen Verlust erleidet,
  • oder lediglich innerhalb des Kontos Vermögenswerte umgewandelt werden, ohne dass diese tatsächlich abgehoben werden.

Entscheidend ist grundsätzlich, dass ein Dritter ohne eure Erlaubnis Zugriff auf das Konto erhalten und Vermögenswerte abgezogen hat.

Welche Voraussetzungen gelten?

Die 100.000 € stehen also nicht bedingungslos jedem Nutzer zur Verfügung.

Bitvavo nennt verschiedene Voraussetzungen für die Kontogarantie.

Besonders wichtig ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Nach den aktuellen Sicherheitshinweisen von Bitvavo muss 2FA mindestens 30 Tage aktiviert sein, damit die entsprechende Voraussetzung für die Kontogarantie erfüllt wird.

Daneben gelten weitere Teilnahme- und Verhaltensbedingungen. Die vollständigen Voraussetzungen finden sich in der jeweils aktuellen Nutzungsvereinbarung von Bitvavo.

Außerdem gilt das Garantieprogramm laut Nutzungsbedingungen grundsätzlich für maximal einen Vorfall pro Nutzer und die maximale Erstattung beträgt 100.000 € pro Vorfall.

Was passiert im Ernstfall?

Solltet ihr vermuten, dass jemand Zugriff auf euer Konto erhalten hat, zählt Geschwindigkeit.

Bitvavo empfiehlt betroffenen Nutzern unter anderem, unmittelbar die zuständige Betrugsabteilung zu kontaktieren, das Passwort zurückzusetzen und die Kontosicherheit zu überprüfen. Für einen Antrag im Rahmen der Kontogarantie kann zudem ein Polizeibericht erforderlich sein. Anschließend untersucht Bitvavo den jeweiligen Fall individuell.

Eine automatische Auszahlung von 100.000 € gibt es also nicht.

Es wird geprüft:

Gab es tatsächlich einen unbefugten Zugriff?

Wurden Vermögenswerte abgezogen?

Sind die Voraussetzungen des Garantieprogramms erfüllt?

Erst anschließend kann eine Erstattung erfolgen.

Wie verwahrt Bitvavo die Kryptowährungen seiner Kunden?

Die Kontogarantie ist nur ein Teil des Sicherheitskonzepts.

Bitvavo gibt an, den Großteil der Nutzervermögen bei spezialisierten Verwahrungsanbietern aufzubewahren. Laut aktuellem Hilfezentrum verfügen diese Verwahrer über Versicherungen von insgesamt bis zu 755 Millionen Euro, um bestimmte potenzielle Risiken abzusichern.

Für Cold Wallets setzt Bitvavo außerdem auf Multisignatur-Wallets. Dadurch kann nicht einfach eine einzelne Person auf die entsprechenden Wallets zugreifen.

Trotzdem bleibt auch hier wichtig:

Keine Kryptobörse und keine Verwahrungsmethode ist vollkommen risikofrei.

Wer Kryptowährungen selbst verwahrt, trägt das Risiko für Seed Phrase und Wallet-Sicherheit selbst. Wer seine Coins auf einer Börse hält, trägt dagegen unter anderem ein Gegenparteirisiko.

Eine Verteilung auf unterschiedliche Verwahrungsformen kann deshalb je nach persönlicher Situation sinnvoll sein.

Bitvavo ist inzwischen MiCA-reguliert

Neben der Kontogarantie ist für europäische Nutzer auch die regulatorische Situation relevant.

Bitvavo gibt an, seit 2025 MiCA-lizenziert und reguliert zu sein. Damit operiert die Plattform innerhalb des neuen europäischen Regulierungsrahmens für Kryptodienstleister.

Regulierung verhindert natürlich weder Kursverluste noch sämtliche betrieblichen Risiken.

Sie schafft aber klare regulatorische Anforderungen für Anbieter, die ihre Dienstleistungen innerhalb der EU anbieten.

Fazit: 100.000 € Schutz – aber die Bedingungen verstehen

Die Bitvavo-Kontogarantie ist ein interessantes zusätzliches Sicherheitsmerkmal.

Besonders relevant ist sie für den Fall, dass ein Angreifer tatsächlich unbefugt Zugriff auf das eigene Konto erhält und Vermögenswerte abzieht.

Dabei sollte man die Garantie aber korrekt einordnen.

Es handelt sich weder um eine pauschale Versicherung sämtlicher Kryptowährungen noch um die klassische gesetzliche Einlagensicherung einer Bank.

Unter den Bedingungen des Garantieprogramms können berechtigte Nutzer jedoch bei einem entsprechenden unbefugten Kontozugriff eine Erstattung von bis zu 100.000 € erhalten.

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